Die meisten Führungskräfte diskutieren gerade über KI.
Die wenigsten entscheiden.

Das ist gefährlich.

Führung im KI‑Zeitalter heißt: testen. Prüfen. Entscheiden.

Mut heißt manchmal auch: Experimente bewusst stoppen – und später klüger neu zu starten.

Heute im Newsletter:

  1. Mut zur KI Steckbrief: Erfahrungsbericht eines Unternehmers aus unserem Netzwerk

  2. Praxis & Selbstreflexion: Deine Mut-Challenge für den Umgang mit KI

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Mut zur KI Steckbrief #2

Wir haben mit einem Unternehmer gesprochen, der ein Ingenieurbüro für kommunale Infrastruktur und Energiesysteme führt.

Technisch tief. Wirtschaftlich verantwortlich. Neugierig – aber nicht naiv.

Steckbrief #2: Geschäftsführer eines Ingenieurbüros
(Planung & Projektierung von Infrastruktur und Energiesystemen)

1) Was war dein ambitioniertester KI-Test?

Ich habe letztes Jahr versucht, unser eigenes LCA- und Simulations-Tool durch ChatGPT nachbauen zu lassen. Lifecycle-Analysen, komplexe mathematische Berechnungen, Monte-Carlo-Simulationen.

Einige Teilaspekte der Berechnung hat die KI sauber hinbekommen – Struktur, Herleitung einzelner Formeln, Sensitivitätslogiken.

In der Gesamtheit war es aber nicht belastbar genug.

Für echte Ingenieurarbeit reicht „ungefähr richtig“ nicht.

Ich habe den Versuch deswegen gestoppt.

Aber ich werde ihn im Sommer wiederholen, denn die Tool-Landschaft entwickelt sich zu schnell, um einmal zu urteilen und das Thema abzuhaken.

2) Wo setzt du KI heute produktiv ein?

  • Schneller Überblick über umfangreiche Ausschreibungen

  • Red-Flag-Analyse von Vertragstexten

  • Zusammenfassungen wissenschaftlicher Paper

  • Quellenrecherche und Ableitung relevanter Inputgrößen für Berechnungen

KI ersetzt bei uns keine fachliche Tiefe. Aber sie beschleunigt unseren Denkprozess.

3) Wie gehst du mit Qualitätsrisiken um – und was verändert sich dadurch im Unternehmen?

KI läuft bei uns im Experimentmodus.

Wir führen aktuell zum Beispiel selbst einen Test mit n8n durch.

Unser Ziel ist: wiederkehrende Prozesse in unserer Dokumentenablage zu automatisieren.

Ich führe das nicht als groß angelegtes Transformationsprogramm ein, sondern als Testfeld für unser eigenes Lernen.

Wer eine gute Idee hat, darf bauen.

Aber: Offenes Mindset heißt nicht blindes Vertrauen.

Alles Gerechnete wird geprüft.
Alles Geschriebene wird fachlich gegengecheckt.

Die eigentliche Lektion

Kein Hype.
Kein Abwehrreflex.

Sondern Führung unter Unsicherheit.

Im KI-Zeitalter gewinnt nicht die beste Meinung.
Sondern die Organisation, die schneller lernt.

Und Lernen heißt hier nicht: Arbeitskreis zur KI-Strategie.
Sondern testen. Entscheiden. Nachjustieren.

Unternehmen verlieren gerade nicht, weil sie falsch entscheiden.
Sie verlieren, weil sie nicht entscheiden.

Der Unterschied entsteht nicht im Tool.
Sondern im Takt der Entscheidungen.

Testen.
Bewerten.
Stoppen.
Wieder aufnehmen.

Der Unternehmer hat sein LCA-Experiment gestoppt.

Aber nicht abgeschrieben.

Er hat es auf Wiedervorlage gelegt.

Genau das meinen wir im Buch Mut zur KI mit kluger Führung im KI-Zeitalter.

Wenn du einen Geschäftsführer kennst, der gerade zwischen Hype und Skepsis pendelt – schick ihm diesen Impuls.
Genau dafür schreiben wir diesen Newsletter.

Mut-zur-KI-These

Mut heißt nicht, einmal zu testen.
Mut heißt, Testen zur Gewohnheit zu machen.

Montag ist Mut-Tag.

Nicht, weil Mut leicht ist. Sondern weil er gebraucht wird, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Deine Mut-Challenge der Woche

Das größte Risiko im KI-Zeitalter ist nicht das falsche Experiment.
Es ist die perfekte Ausrede.

Deshalb dreht sich diese Ausgabe um kluges Experimentieren.

Deine Challenge: Starte einen kontrollierten 7-Tage-Test.

  1. Wähle ein wirtschaftlich relevantes Dokument:
    Ausschreibung. Vertrag. Angebot. Spezifikation.

  2. Nutze ein KI-Tool deiner Wahl bewusst im Experiment-Modus.

Gib der KI:

  • Kontext des Projekts (5–7 Sätze)

  • Ziel deiner Analyse

  • Kritische Rahmenbedingungen

Dann frage:
„Welche 5 Risiken oder Unklarheiten siehst du – technisch oder wirtschaftlich?“

  1. Prüfe jede Antwort fachlich und geh mit der KI in den Dialog, um sie zu verbessern.

  2. Triff eine Entscheidung:
    Weiter nutzen.
    Anpassen.
    Stoppen.

  3. Teile das Ergebnis offen mit deinem Führungsteam.

    Auch wenn es gescheitert ist.

    Gerade dann.

Wenn Experimente nur im stillen Kämmerlein stattfinden,
lernen Einzelne.

Wenn sie sichtbar werden,
lernt die Organisation.

Montag ist Mut-Tag.

Und Mut heißt diese Woche:
Experimentieren ohne Qualitätsverlust.

Geh mutig in diese Woche.

Philipp & Friedrich

Ausblick auf nächste Woche

Nächste Woche nehmen wir dich mit nach Frankfurt.

YPO-Workshop.
Wir – offiziell Tech-Noobs – bauen innerhalb weniger Minuten zwei funktionierende Automatisierungs-Tools mit KI.

Was das mit Tempo, Führung und Entscheidungsfähigkeit zu tun hat, darum geht es im nächsten Impuls.

Fandest du die Informationen hilfreich?

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